Projekt

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Oncoped: Effiziente multizentrische Surveillance nosokomialer Infektionen in der pädiatrischen Onkologie.

Nosokomiale Infektionen sind Infektionen mit lokalen oder systemischen Infektionszeichen als Reaktion auf das Vorhandensein von Erregern oder ihrer Toxine, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer stationären oder einer ambulanten medizinischen Maßnahme stehen, und nicht bereits vorher bestanden (siehe Infektionsschutzgesetz IfSG § 2 Absatz 8).

Sie sind eine zusätzliche Belastung für die Patienten und ihre Familien, gefährden die Sicherheit der Patienten, verlängern den Krankenhausaufenthalt und verursachen in erheblichem Umfang zusätzliche Kosten für Diagnostik und Therapie.

Bei Kindern und Jugendlichen während der intensiven Therapie einer Krebserkrankung handelt sich vor allem um Blutstrominfektionen (oft mit bestimmten Gefäßkathetern assoziiert), Infektionen der Atemwege, des Darmtraktes und um Haut und Weichteilinfektionen. Wir gehen heute davon aus, dass mindestens 30% dieser unerwünschten Ereignisse durch die konsequente Implementierung und ständige Weiterentwicklung eines interdisziplinären Präventions- und Kontrollkonzeptes vermeidbar sind.

Unsere Arbeitsgruppe erfasst seit 1998 prospektiv solche Ereignisse und hat ein modernes Softwareinstrument für die Surveillance und für die Rückmeldung der Daten an das Behandlungsteam entwickelt, das Oncoped Modul. In den Jahren 2001-2005 wurde der Vorläufer des aktuellen Moduls an 7 kinderonkologischen Zentren in Deutschland und in der Schweiz eingesetzt. Die Ergebnisse und Erfahrungen dieser Studie wurden zur Neuadjustierung und Effizienzsteigerung des neuen Moduls genutzt.

Das Oncoped Modul ist mit dem Förderstiftungspreis der KHK-Stiftung 2005 ausgezeichnet worden. Nicht zuletzt dank dieser Auszeichnung konnten wir bei der Entwicklung auf die professionelle Unterstützung von Mattes Hamann und seinem Team
(Hamann Softwareentwicklung) zurückgreifen.